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Lächelnde schwangere Frau auf dem Zahnarztstuhl

Schwangerschaftsgingivitis – Ursachen und Behandlung

Die Patientinnen auf dem Laufenden halten

Schwangerschaftsgingivitis ist ein Thema, das verständlicherweise viele Fragen und Bedenken vonseiten der Patientinnen bei Zahnärzten auslöst. In einer Zeit, in der sich im Körper viele Veränderungen abspielen und werdende Mütter extrem auf ihre eigene Gesundheit und die ihres Babys bedacht sind, kann jedes Anzeichen für Besorgnis die Alarmglocken läuten lassen.

Vermehrt entzündetes Zahnfleisch und Probleme durch die zugrunde liegende Gingivitis während der Schwangerschaft sind kein Mysterium. Zahnmedizinische Fachkräfte wissen, dass Schwangerschaftsgingivitis ein reales Phänomen ist. Sie ist aber generell nicht so besorgniserregend, wie betroffenen Patientinnen vielleicht denken, solange sie verstehen, mit was sie es dabei zu tun haben und wie sie am besten mit dieser Situation umgehen.

Als zahnmedizinische Fachkraft können Sie ihnen mit beruhigender Stimme und führender Hand zur Seite stehen.

Was ist Schwangerschaftsgingivitis?

Der Begriff Schwangerschaftsgingivitis bezieht sich auf den spezifischen Zustand, bei dem die Entzündung der Mundschleimhaut eindeutig mit der Schwangerschaft einer Frau zusammenhängt. Wie im Falle der „klassischen“ Gingivitis, ist Zahnfleischbluten eines der Hauptsymptome dieser Erkrankung. Schwangerschaftsgingivitis tritt häufig gegen Ende des ersten Trimesters auf, ist im achten Monat am stärksten ausgeprägt und verschwindet üblicherweise kurz nach der Entbindung wieder.

Illustration von Zahn mit Zahnbelag und entzündetem Zahnfleisch als Symptom einer Schwangerschaftsgingivitis

Während die Gingivitis - eine Vorstufe der Parodontitis - jeden Menschen jederzeit betreffen kann, ist der Begriff „Schwangerschaftsgingivitis“ davon abzugrenzen. Dies ist wichtig, da die durch die Umstände bedingten Ursachen und Aspekte wesentlich differenzierter sind als in den allgemeinen Fällen von Gingivitis und Zahnfleischentzündung.

Die wichtigste Tatsache, die Patientinnen wissen müssen, ist, dass Gingivitis überhaupt nichts Ungewöhnliches ist. Studiendaten legen nahe, dass zwischen 60 % und 75 % der schwangeren Frauen von dieser Erkrankung betroffen sind. Es ist also wahrscheinlicher, dass eine werdende Mutter sie bekommt, als dass dies nicht der Fall ist.

Gleichzeitig besteht ein weit verbreiteter Mangel an Kenntnissen in Bezug auf die Schwangerschaftsgingivitis. Eine 2019 durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass eine „Mehrzahl der schwangeren Frauen nichts über die Entstehung einer Schwangerschaftsgingivitis und über deren Ursache, Folgen, Behandlung und Vorbeugungsmaßnahmen wusste.“

In Anbetracht dessen ist es umso wichtiger für zahnmedizinische Fachkräfte, sich zuverlässige Informationen über Ursachen, Bedenken und Empfehlungen anzueignen.

Ursachen der Schwangerschaftsgingivitis

Wie wir alle wissen, finden während einer Schwangerschaft zahlreiche Veränderungen im Körper statt. Unter anderem kommt es zu einem steilen Anstieg bestimmter Hormonkonzentrationen (insbesondere des Progesterons und Östrogens).

Es wird angenommen, dass diese hormonellen Veränderungen die Hauptursache der Schwangerschaftsgingivitis sind, indem sie eine Erkrankung verschlimmern, die bereits vor der Schwangerschaft vorlag. Daher ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Schwangerschaft selbst nicht die Ursache der Gingivitis ist. Die vermehrte Entzündung, die bei der Schwangerschaftsgingivitis zu beobachten ist, kann selbst bei Patientinnen auftreten, die keine vermehrte Anhäufung von dentalem Biofilm haben.

Allerdings sind die zugrunde liegenden Mechanismen dafür noch nicht vollständig verstanden. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Veränderungen der mütterlichen Immunantwort während der Schwangerschaft die Frauen anfälliger machen für die entzündliche Wirtsreaktion auf die bakterielle Belastung im dentalen Biofilm. So stimuliert sie beispielsweise die Produktion von Zytokinen, die an der entzündlichen Reaktion beteiligt sind (z. B. von Prostaglandinen).

Weitere Studiendaten deuten auf eine Verschiebung innerhalb des oralen Mikrobioms hin, die durch die hormonellen Veränderungen verursacht wird.

 

Was auch immer die Ursachen sind, es gibt drei Dinge, die den von einer Schwangerschaftsgingivitis betroffenen Patientinnen zu vermitteln sind:

  • Es ist nicht unbedingt ein Anzeichen dafür, dass sie ihre Mundpflege vernachlässigt haben.
  • Es ist kein Zeichen dafür, dass bei ihrer Schwangerschaft irgendetwas anormal verläuft.
  • Es besteht kein Grund zur Panik, weil es sich um eine natürliche Nebenerscheinung komplexer Vorgänge im menschlichen Körper handelt.

Zahnmedizinische Fachkräfte können diesen Zustand allerdings als einen Aufruf zum Handeln nutzen, indem sie das Bewusstsein für die erhöhte Dringlichkeit zur Aneignung von exzellenten Gewohnheiten der häuslichen Mundpflege aufbauen. Idealerweise werden diese Gewohnheiten auch lange nach der glücklichen Ankunft eines gesunden Babys beibehalten.

Prävention der Schwangerschaftsgingivitis

Die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung der Schwangerschaftsgingivitis sind größtenteils dieselben wie die bei der Prävention allgemeiner Probleme der Mundgesundheit. Aber sie werden während dieser bedeutenden Phase der körperlichen Veränderungen mit mehr Nachdruck vorgenommen.

Wenn Sie davon erfahren, dass eine Patientin schwanger ist, könnte es von Nutzen sein, die zugrunde liegenden Ursachen und die Symptome der Schwangerschaftsgingivitis zu besprechen, und zudem einen klaren Plan zu ihrer Prävention und Behandlung darzulegen. Dieser Plan könnte folgende Punkte umfassen:

  • Selbstverpflichtung zu festen Gewohnheiten der häuslichen Mundpflege. Zweimal täglich die Zähne putzen und regelmäßig die Interdentalreinigung durchführen. Wenn die Patientin bereits unter einer Entzündung und Schmerzen leidet, könnten Sie ihr unter Umständen behilflich sein, eine extraweiche Zahnbürste zu finden und ihr zugleich schonende Reinigungsmethoden vorführen.
Eine lächelnde schwangere Frau, die ihre Mutter im Badezimmer umarmt
  • Eine gesunde Ernährungsweise. Viele werdende Mütter achten bereits darauf, was sie essen und trinken, denn sie wissen, dass sich dies nicht nur auf ihren eigenen Körper auswirkt. Als zahnmedizinische Fachkraft können Sie sie dazu bewegen, sich mehr für zahnfreundliche Optionen wie Früchte, Gemüse, Getreide und Milchprodukte zu entscheiden, und sie auffordern, nur minimale Mengen an zucker-, stärke- und säurehaltigen Lebensmitteln zu sich zu nehmen.
  • Einen zusätzlichen Termin beim Zahnarzt vereinbaren. Auch wenn Termine zur professionellen Reinigung und Kontrolle üblicherweise etwa alle sechs Monate vereinbart werden, könnte es sich lohnen, einer Schwangeren zu empfehlen, einen zusätzlichen Termin wahrzunehmen – einfach, um sie zu beruhigen. Sie können ihr Zahnfleisch untersuchen, den Präventionsplan umgestalten und ihr beruhigende Gewissheit zukommen lassen. Bieten Sie dies als vollkommen optional für die Patientin an, um unnötige Alarmierung oder Druck zu vermeiden.
Schwangere Frau im zahnärztlichen Behandlung

Eine andere übliche Gewohnheit bei schwangeren Frauen, die von einer Gingivitis betroffen sind, besteht darin, die Mundhöhle regelmäßig für ein paar Sekunden mit Salzwasser zu spülen und es danach auszuspucken. Meersalz kann die Eindämmung der Entzündung und die Heilung fördern.

Stellen Sie darüber hinaus sicher, diejenigen Frauen, die über Übelkeit und morgendliches Erbrechen während der Schwangerschaft klagen, anzuweisen, dass sie mindestens 30 Minuten nach dem Erbrechen warten sollen, bevor sie sich die Zähne putzen. Dies ist wichtig, da der Säuregehalt im Erbrochenem zusammen mit den Abrasivstoffen in der Zahnpasta zur Schädigung des Zahnschmelzes führen kann.

Für eine schwangere Frau, die unter einer Schwangerschaftsgingivitis oder Parodontitis leidet, ist es wichtig zu wissen, dass die Parodontalbehandlung sowohl sicher als auch wirksam ist. Forschungsstudien zeigen, dass Sie durch dentale Prophylaxemaßnahmen und anschließende Anweisungen zur Mundhygiene alle relevanten klinischen Messparameter verbessern können. Dazu zählt zum Beispiel der Blutungs- und Plaqueindex, Taschentiefe bei Sondierung und klinischen Attachmentverlust.



Schwangerschaft und Mundgesundheit: Weitere Tipps und Informationsquellen

Weil die Schwangerschaft eine Zeit ist, in der die Menschen sich ausgiebig auf ihre Gesundheit konzentrieren und in der die Mundgesundheit natürlich zu einem wichtigen Thema wird, ist das ein Schlüsselmoment, lebenslange routinemäßige Gewohnheiten für gesunde Zähne und ein gesundes Zahnfleisch zu festigen. 

Nachfolgend finden Sie einige empfehlenswerte Informationsquellen, wo Sie mehr zum Thema Schwangerschaft und damit zusammenhängende Aspekte der Mundgesundheit nachlesen und anschauen können:

  • Unsere Webseite Schwangerschaft und Mundgesundheit enthält Informationen und Ratschläge in Bezug auf die Schwangerschaftsgingivitis und andere, weniger verbreitete Probleme, die auftreten können, beispielsweise Schwangerschaftsgranulom und Zahnerosion.
  • Mehr über den Zusammenhang mit dem Zahnfleisch zu erfahren, und darüber, wie bedeutend sich die Mundgesundheit auf die Gesundheit ihres Körpers auswirken kann. Dies könnte schwangeren Frauen dabei helfen, ihrer häuslichen Mundpflege noch mehr Beachtung zu schenken.
  • Das hier abrufbare Webinar (siehe unten) zeigt ein 50-minütiges Expertengespräch mit Dr. Mia Geisinger und Prof. Dr. Phoebus Madianos, die ihre Erkenntnisse und ihr Fachwissen zu unterschiedlichen Themen mitteilen, unter anderem zum Einfluss der Schwangerschaft auf die Mundgesundheit. Auch zu den parodontalen Folgen und der Behandlung während der Schwangerschaft, zur Zusammenarbeit zwischen den zahnmedizinischen Fachkräften und dem Perinatalteam sowie zu weiteren Aspekten.

 

„Die positive Verhaltensänderung während der Schwangerschaft ist wirklich eine einmalige Chance“, so Frau Dr. Geisinger während des Webinars.

„Die Schwangerschaft ist als eine Zeit erkannt worden, in der die Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit derartige positive Verhaltensänderungen vornehmen, insbesondere solche, von denen auch der Fetus profitiert.“

Sie ergänzt: „Wenn wir uns die Zeit nehmen können, unsere Patientinnen über die Vorteile der Mundhygiene, insbesondere der selbst durchgeführten, aufzuklären, könnte dies einen lebenslangen Effekt haben.“

Zeigen Sie eine positive Sichtweise, heben Sie diese Vorteile hervor und nutzen Sie die Schwangerschaftsgingivitis als eine Chance zur Aufklärung und Motivierung Ihrer Patientinnen.