Zahnfleischerkrankungen und parodontale Gesundheit

Als eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit, ist Parodontitis mit verschiedenen chronischen Krankheiten, wie z.B. Herzerkrankungen oder Diabetes, verbunden. 

Epidemiologische Erkenntnisse heben hervor, dass Parodontitis zu den häufigsten Erkrankung in ganz Europa gehört, jedoch sind ihre weitreichenden Auswirkungen auf die Gesellschaft weniger bekannt. Statistiken zeigen, dass Länder wie Großbritannien, Spanien, Schweden und die Schweiz die niedrigste Prävalenz an gemeldeten Zahnverlusten und der Bildung von Zahnfleischtaschen aufweisen.

Dabei wurde festgestellt, dass acht von zehn Menschen im Alter von über 35 Jahren an irgendeiner Form von Zahnfleischerkrankung leiden. Aufgrund der Verbindungen zwischen Mundgesundheit und systemischen Erkrankungen, wie Diabetes, Herzerkrankungen und Bluthochdruck, führen parodontale Erkrankungen zu einem höheren GDP Ausschuss bei Erwachsenen und älteren Menschen.

Wissenschaftliche Beweise

  • Die Infektion des parodontalen Gewebes (Wurzelzement, Desmodont, Gingiva und Alveolarknochen) wird durch Zytokine (starke entzündliche Wirkstoffe, die von Immunzellen freigegeben werden) verursacht.
  • Laut der Europäischen Föderation für Parodontologie beeinflussen parodontale Erkrankungen nicht nur die Kaufunktion und die Ästhetik, sondern können auch zu sozialen Problemen führen, die die Lebensqualität reduzieren und einen erheblichen Einfluss auf die eskalierenden Kosten im Gesundheitswesen haben.
  • Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen, wie z.B. Herzerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Auswirkungen auf die Schwangerschaft, besteht.
  • Ebenso kann Parodontitis bestimmte systemische pathologische Prozesse verstärken, was durch die Prävalenz einiger pro-inflammatorischer Komponenten nachgewiesen wurde.

Wie Zahnärzte helfen können

  • Vorbeugende Maßnahmen sollten von Zahnärzten und Allgemeinärzten schon früh ergriffen werden, um eine durchaus vermeidbare Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.
  • Das Zähneputzen mit Fluorid und die interdentale Reinigung als Teil einer regelmäßigen Pflege trägt zur Vorbeugung von Parodontitis bei.

Die Behandlung von Parodontitis beinhaltet u.a. folgende Möglichkeiten:

  • Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung
  • Lappenoperationen
  • Transplantate für Knochen und Weichteile
  • Geweberegeneration
  • Knochenchirurgie

Folgende chemische Wirkstoffe eignen sich für die Behandlung von Parodontitis:

  • Chlorhexidin
  • Stannous Fluorid (Karies)
  • Cetylpyridium Chlorid
  • Ätherische Öle
  • Antimikrobielle Einsätze in den Zahnfleischtaschen
  • Systemische Antibiotika

  • Eine der wichtigsten Funktionen der Zahnärzte ist es, die Bedeutung einer guten Mundpflege zu vermitteln.
  • Parodontitis ist eine heimtückische chronische Infektion, bei der sich die betroffenen Personen in den frühen Stadien der Entwicklung möglicherweise nicht bewusst über die Krankheit sind. 
  • Auch wenn der Patient die Symptome der Krankheit kennt, kann die Krankheit über Jahre hinweg, aufgrund schlechter Befolgung der Behandlungsempfehlungen, unbehandelt bleiben.